Böhmfeld (nie) Das hatte es in der 100-jährigen Geschichte des Schützenvereins Eichenlaub Böhmfeld noch nicht gegeben. Auch wenn einige Plätze im Festzelt nicht besetzt waren, war der Jubiläumsauftritt der Biermösl-Blosn, der bayerischen Kultgruppe aus Günzlhofen, ein Leckerbissen. Und die Besucher brauchten ihr Kommen wahrlich nicht bereuen, denn die drei Wellbrüder Christoph, Hans und Michael brannten ein musikalisch-kabarettistisches Feuerwerk bester Güte ab. Ihre Art, bayerische Volksmusik mit einer speziellen Art von bissiger politischer Satire, mit Hinterfotzigkeiten und Seitenhieben zu verbinden, kam auch beim Publikum aus der Region um Böhmfeld bestens an.
Festleiter Reinhard Strehler begrüßte das Publikum und zeigte sich erfreut, dass die Gruppe für einen Auftritt zum Jubiläum des Schützenvereins gewonnen werden konnte. Sie sei inzwischen keine bayerische Erscheinung mehr, sondern im gesamten deutschen Sprachraum etabliert. Die drei Brüder ließen sich in ihrem Programm nicht lange bitten, auf die heimische Volksmusik zurückzugreifen, jedoch nur, um mit ihren Wortspielen den bayerischen Amts- und Mandatsträgern ihre zahlreichen Fehler aufzuzeigen. Dabei vereinten sie ihr bissiges Kabarett mit brillanter Musikalität und nutzten die Volksmusik als Fingerzeig der Stimme der kleinen Leute gegen oft unverständliches Vorgehen der Obrigkeit. Hierbei bekamen nicht nur die Politiker der Regierungspartei, sondern auch die Kirche und Bischof Walter Mixa ihr Fett ab. Hochaktuell hatten sie dabei die Entwicklungen der letzten Tage in ihre Musikstücke eingebaut. Die Zuschauer konnten auch erstaunt feststellen, dass die Brüder ihre zahlreichen mitgebrachten Instrumente perfekt beherrschten. Von der Piccolo-Flöte über die Trompete, Tuba, Gitarre, Cello, Ziehharmonika, Drehorgel, Saxofon bis hin zu Harfe oder Alphorn kamen fast 20 Instrumente zum Einsatz. Natürlich passte auch ein pathetisch vorgetragener Schuhplattler dazu sowie ein Ausflug in die Heavy Metal Szene oder ein spanischer Flamenco.
Vor ihrer Anreise hatten sich die drei Brüder genauestens über Böhmfeld, „Teil der bayerischen Toscana in einer gerade recht milden Maiennacht“, informiert. So galt der erste Gruß allen Audianern, denen sie prophezeiten, dass dann, wenn sie beim ersten Lied nichts verstehen sollten, der weitere Abend sinnlos sei. Gesucht hätten sie im Ort auch das weithin bekannte alte Schulhaus, doch sie mussten erfahren, dass dies bereits abgerissen sei. Treffen könne man vor Ort auch noch die Stoaklauba, da ja sonst das ganze Jahr über nicht los sei. Bekannt sei auch der Metzger, der in der gesamten Region einen schlechten Ruf als Schrecken aller Schweine habe. Sie konzentrierten sich aber danach in ihren Liedern auf ihre Heimatortschaft Hausen, wobei der dortige Heimatforscher Toni Drechsler viele bayerische Besonderheiten herausgefunden hatte, unter anderem, dass das Xylofon zunächst mit den Rippen einer bayrischen Heiligen ausgestattet war und durch Holzstücke ersetzt werden musste, als man in Bayern begann, Reliquien zu sammeln. Schallendes Gelächter gab es auch beim Verlesen des Briefwechsels mit der Brauerei Warsteiner, das laut Meinung der Well-Brüder nur mit einer Aspirin getrunken werden kann. Mit einer bayerischen Großmolkerei ergab sich inzwischen ein weiterer Briefestreit über die Herkunft der bayerischen Milch. Da die Gruppe im letzten Jahr in Tauberfeld aufgetreten war, gab es immer wieder Vergleiche über die Musikalität und die Mitmachbereitschaft beider Orte. Zum Abschluss bedankten sich die Biermösl beim fairen Publikum, lobten den Kotterhof und wünschten den Schützen auch die nächsten 100 Jahre stets ein gutes Ziel. Für den gelungenen Abend erklatschten sich die Besucher noch eine musikalische Zugabe.
Weitere Bilder in der Galerie...
Dem Schützenverein Eichenlaub Böhmfeld ist es gelungen, anlässlich des 100-jährigen Gründungsfestes, einen musikalische Leckerbissen nach Böhmfeld zu verpflichten.
Die Gebrüder Well, besser bekannt als Biermösl Blosn, traten am Freitag, den 14. Mai 2010, um 20:00 Uhr, im Festzelt in Böhmfeld auf. Das Bayrische Musikkabarett war wieder Garant für heitere Stimmung in seiner unnachahmlichen Weise. Mit urbayrischer Volksmusik und bissigen, satirischen Texten nahmen sie die Politik und unseren engsten Lebensraum aufs Korn.